RAUS DAMIT, wir begreifen das alles auch ganz anders sein könnte.

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Dienstag, 22. Juni 2010

Die Zweite.

Ich habe gestaunt, dass trotzdem noch ca. 30-40 Leutchen zusammengekommen sind. Maik war besonders aufgeregt weil seinen Verwandten am Start waren. Und so hat er sich das Ding auch genommen.  Angie ist wie eine Maschine durch das Stück gefräst. Ihr habt alle nochmals 20% draufgepackt. Mauerszene ist fast perfekt. Geht zwar alles noch zu toppen in punkto Aussprache und Exaktheit und Spannung und Präsenz. War aber echt schon fast perfekt. Arme Katha, die immer Husten musste. Das hat sogar mein Sohn gemerkt. Von den meißten bekommt man zu hören schöne Bilder. Ansonsten sind Meinungen eher zurückhaltend. Deshalb gibt es hier mal eine kleine Einschätzung von einem sehr guten, theaterkundigen Freund aus Gera, welcher am Dienstag da war. Mit ihm Philosophiere ich immer über Theater, deshalb auch manchmal der Vergleich mit Stücken aus der TheaterFABRIK. Bitte, das ist nur seine private Meinung. Also nicht in den Vergleich, in die Verallgemeinerung und Wertung gegangen. Macht euch immer eure eigenen Meinungen und Äußert Diese.


Das Eröffnungsbild hat mir sehr gut gefallen, hat mich an Spiekermanns 
Buchcover von "Ursache und Wirkung" und Flash Gordon erinnert.
Sehr schön auch die Zeitungsfetzen-Wesen, durch den Kontrast mit den orangen 
Westen kam die Wirkung wirklich auf, als ob die Fetzen von allein durch den 
Raum gleiten würden.
Der Megafoneinsatz war für mich stimmig und lockerte das ganz gut auf.
Als zu lang empfand ich die Franzosen-Szene und der Sprechgesang. Auch 
verstand man so manchen Spieler akustisch nicht sonderlich gut - oft lags 
hier an der Aussprache und dann gab es wieder genau das Gegenteile, dass 
Spieler möglichst laut und deutlich sprechen wollten, aber dabei fast schon 
schrien und dadurch das Medium, Stimme,  den Inhalt unterdrückt hat.
Gut war die Idee mit dieser Kettenreaktion, hier fehlt es allerdings noch 
etwas an Koordination, sprich, Fine-Tuning.
Die verschiedenen Tonnen-Aktionen waren abwechslungsreich und fügten sich 
gut in den Gesamtkontext ein.

Mein Fazit mit Blick auf die FABRIK-Stücke: Im Vergleich zu den aktuellen 
Produktionen in der Fabrik brauch sich das Stück überhaupt nicht verstecken. 
Ganz im Gegenteil, das Stück ist farbenfroh, unterhält und hat einige 
Punkte, die auch etwas tiefgründiger Problematiken aufgreifen und somit 
eventuell zum Nachdenken anregen können. Der Einsatz verschiedener Mittel 
ist im Vergleich zu den derzeitigen FABRIK-Inszenierungen verständlich bzw. 
dient größtenteils dem Inhalt und eben nicht nur dem Selbstzweck. Zu 
bemängeln ist halt vor allem der Umgang mit der Sprache bei einigen 
Spielern.

Das war mal mein Senf.

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